4.11.2009: PM

Uwe Richter
Presse/Öffentlichkeitsarbeit
Robert-Havemann-Gesellschaft e.V.

Pressemitteilung

Open-Air-Ausstellung „Friedliche Revolution 1989/90“ auf dem Alexanderplatz bis 3. Oktober 2010 verlängert / 1 Million Besucher in sechs Monaten



Der 4. November 1989 ist eines der wichtigsten Daten der Friedlichen Revolution. In vielen Städten der DDR fanden die ersten genehmigten Demonstrationen gegen die SED-Herrschaft statt. Auf dem Berliner Alexanderplatz versammelten sich hunderttausende Menschen. Die SED-Führung erteilte zwar die Genehmigung, allerdings mit der Absicht, diese Veranstaltung für ihre Zwecke zu nutzen und das Heft des Handelns wieder in die Hand zu bekommen. Aber das Volk glaubte ihren Versprechungen nicht mehr. Die Vertreter der alten Macht wurden ausgepfiffen.

Die Massendemonstration am 4. November ist eines der Ereignisse der Friedlichen Revolution, die in der Open-Air-Ausstellung auf dem Alexanderplatz dokumentiert und in Erinnerung gerufen werden. Seit dem 7. Mai 2009 ist die Ausstellung an dem historischen Ort zu sehen. Sie ist täglich 24 Stunden geöffnet und zeigt mit 700 Foto-, Bild- und Textdokumenten den friedlichen und erfolgreichen Verlauf der gesellschaftlichen Umwälzungen in Ostdeutschland und das Ende der kommunistischen Diktaturen in Ost und Mitteleuropa. Die ursprünglich bis zum 14. November geplant Ausstellung wurde jetzt auf Bestreben des Berliner Senats verlängert. Die Ausstellung wird noch bis zum 3. Oktober 2010 zu sehen sein.

Tom Sello, Kurator der Ausstellung und gerade erst mit dem Verdienstorden des Landes Berlin ausgezeichnet, sagt: „Wir freuen uns sehr, dass unsere Ausstellung noch bis zum 20. Jahrestag der Einheit in Berlin zu sehen sein wird. Die Friedliche Revolution endete ja nicht mit dem Mauerfall 1989. An diesem Tag war noch völlig offen, wie es mit der DDR weitergehen wird. Revolutionen finden nun einmal nicht an einem Tag statt.“ Die Ausstellung zog im Themenjahr zum 20. Jubliäum des Mauerfalls über 1 Million Besucherinnen und Besucher aus der ganzen Welt an. „Von Anbeginn der Ausstellung war das Interesse sehr hoch; dass es bis jetzt unverändert angehalten hat, bestätigt uns umso mehr. Wenn wir am 9. November den emotionalen Höhepunkt des Jahres und den Fall der Mauer vor 20 Jahren feiern, ist es gut zu wissen, dass die Ereignisse, die dazu geführt haben, mit der Ausstellung im öffentlichen Bewusstsein erhalten bleiben“, sagt Moritz van Dülmen, Geschäftsführer der Kulturprojekte Berlin.

Berlin war neben Leipzig der zentrale Ort der Friedlichen Revolution. Die Ausstellung in der ehemals geteilten Stadt hat den idealen Platz, um sowohl die deutsch-deutschen Aspekte als auch die internationale Dimension der damaligen Blockkonfrontation zu veranschaulichen. Originaldokumente sowie neun Medienstationen mit Filmbeiträgen vermitteln einen lebendigen Eindruck von der wachsenden Intensität der damaligen Ereignisse.

Materialbasis für die Ausstellung ist der reichhaltige Fundus an Dokumenten, Fotos, Audios und Filmen, die im „Archiv der DDR-Opposition“ der Robert-Havemann- Gesellschaft e.V. seit Jahren gesammelt werden. Die Ausstellung bleibt unverändert 24 Stunden täglich zugänglich. Am 13. November 2009 wird der Informationspavillon über die Wintermonate schließen. Die Wiedereröffnung ist im Mai 2010 geplant. Das Begleitmagazin zur Ausstellung „Wir sind das Volk“, kann online über www.mauerfall09.de bestellt werden.

Die Ausstellung „Friedliche Revolution 1989/90“ wird in Kooperation mit Kulturprojekte Berlin aus Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin und des Beauftragen der Bundesregierung für Kultur und Medien auf Grund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages verwirklicht. Ein besonderer Dank geht an das Bezirksamt Mitte, das sich für den Erhalt der Ausstellung eingesetzt hat.

Die Bundeszentrale für politische Bildung würdigte die Ausstellung im Rahmen der zentralen Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit am 2. und 3. Oktober 2009 mit dem „einheitspreis – Bürgerpreis zur Deutschen Einheit 2009“ als herausragendes Beispiel für bürgerschaftliches Engagement im Zusammenwachsen von Ost und West in Deutschland und Europa.