6.11.2009: Bürgerfest

Mit einem großen Bürgerfest feiern der Landkreis Teltow-Fläming und der Berliner Bezirk Tempelhof-Schöneberg am 6. November 2009 den Fall der Berliner Mauer vor 20 Jahren. "Dieses Ereignis war eines der beeindruckendsten Erlebnisse - sicher nicht nur in meinem Leben. Deshalb haben wir nach einem angemessenen und würdigen Rahmen gesucht, um dieses Tages zu gedenken", so Landrat Peer Giesecke im Rahmen eines Pressegespräches, bei dem am 20. Oktober 2009 die näheren Details des Bürgerfestes vorgestellt wurden. Dabei ging es, wie er betonte, um mehr als eine Feier. "Die Autofahrt von Ost nach West und umgekehrt ist schon zur Selbstverständlichkeit geworden. Wir wollten auch etwas Bleibendes schaffen, das heutige und nachfolgende Generationen an dieses Ereignis erinnert und zum Nachdenken anregt."

Der Bezirksbürgermeister von Tempelhof-Schöneberg, Ekkehard Band, erinnert sich auch gern an den Tag der Maueröffnung und an die spannende Zeit danach; "Mit dem Fall der Mauer wurde der Grundstein für kommunale Partnerschaften gelegt, die bis heute leben und auch in Zukunft weiterleben werden."

So wird das Bürgerfest auf dem ehemaligen Grenzstreifen nicht nur Gelegenheit für Minuten des Gedenkens und der Erinnerung geben, sondern auch den festlichen Rahmen für die Enthüllung eines Kunstwerkes bieten. Landrat Giesecke und Bezirksbürgermeister Band freuen sich gemeinsam, dass der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit sein Kommen angekündigt hat und das Kunstwerk mit ihnen gemeinsam einweihen wird.

Der Landkreis Teltow-Fläming hatte im Vorfeld einen Wettbewerb "Kunst im öffentlichen Raum" ausgelobt, bei dem sich der Entwurf der Diplom-Bildhauerin Kerstin Becker aus Wildau-Wentdorf durchsetzte. "Ich habe mich sehr gefreut, dass ich den Wettbewerb gewonnen habe. Für mich als Künstlerin ist dies eine besonders spannende Aufgabe", so Kerstin Becker im gestrigen Pressegespräch.

"Die Grundidee des Kunstwerks ist das Überwinden, Durchdringen und Öffnen von Mauern", heißt es in ihrem Konzept. Dies betreffe am künftigen Standort ganz konkret den Fall der innerdeutschen Grenze vor 20 Jahren, aber auch die weiter bestehenden Mauern in den Köpfen und Herzen. Dieser Prozess sei "aktuell und immer fortschreitend".

Das Kunstwerk wird aus fünf gewölbten und gestalteten, ca. drei Meter hohen Stahlplatten bestehen, die senkrecht auf einer Grundplatte aus Stahl angebracht werden und die einstige innerdeutsche Grenze, also die "Mauer", assoziieren. Die Platten stehen in einem Winkel zueinander, der abhängig von der Blickrichtung des Betrachters den Eindruck variabel gestaltet.

Fährt man die B 96 in Richtung Berlin, nimmt man eine geschlossene Fläche wahr, die von vier bis fünf menschlichen Figuren überwunden, durchdrungen und in Besitz genommen wird. Aus Richtung Berlin kommend wirkt die "Mauer" aufgelöst, durchlässig, reduziert auf fünf Säulen, zwischen denen Menschen sich frei bewegen. Aus einer anderen Richtung wieder kann die Veränderung fließend wahrgenommen werden.

Ausmaße, Proportionen und Farbigkeit des Kunstwerks werden so gestaltet, dass besonders für Fahrzeugführer auf der B 96 eine Fernwirkungssicht entsteht. Bei Annäherung an die "Mauer" soll sich der Betrachter hingegen mit eingeschlossen und persönlich angesprochen fühlen.
Die Künstlerin erläutert anhand des Modells ihr vielschichtiges Kunstwerk, an dem sie 2 Monate intensiv gearbeitet hat. Wenn man zum Beispiel auf der B 96 aus dem Osten kommt und nach Berlin-Lichtenrade fährt, hat man einen geschlossenen Blick und mit den Figuren eine unterschiedliche Fern- und Nahwirkung. Wenn man aus Berlin kommt, hat man den offeneren Blick. Auch als Fußgänger und Fahrradfahrer wird man von allen Seiten einen unterschiedlichen Eindruck gewinnen können. Aber sicher werden die Betrachter des Kunstwerkes ihre eigenen Interpretationen finden.
Das Kunstwerk wird im Rahmen eines Bürgerfestes aus Anlass des 20. Jahrestages des Mauerfalls eingeweiht. Es wird seinen Platz an der ehemaligen Grenzübergangsstelle an der
B 96 zwischen der Gemarkung Mahlow und Berlin-Lichtenrade seinen Platz finden.

Und da bei einem Fest auch zünftig gefeiert werden darf, ist für Speis und Trank sowie musikalische Höhepunkte gesorgt. So werden die Gruppen "TrommelFieber" und "TonFall" der Kreismusikschule Teltow-Fläming die Enthüllung des Kunstwerkes ab 17.30 Uhr musikalisch umrahmen. Ab 18.30 Uhr schließt ein Konzert der Gruppe Lift den Abend ab.

Nur wenige Formationen der deutschen Musikgeschichte können auf eine solch treue Fangemeinde bauen wie die 1973 in Dresden gegründete Band Lift. Die Musiker verstehen es, melodischen Rock und lyrische Texte auf eine in deutschen Landen einzigartige Weise zu verbinden. Gerade bei ihren Live-Auftritten spürt man die Kraft einer Musik, die " Am Abend mancher Tage" gereift ist. Seit 1993 ist Frontmann Werther Lohse mit Karat-Gründer Henning Protzmann (bass) und Bodo Kommnick (guit) unterwegs. Als Gastsolisten unterstützen Yvonne Fechner (viol/voc) und Peter Michailow (dr) die Band. In der derzeitigen Besetzung spielt LIFT mit Werther Lohse, Bodo Kommnick, Yvonne Fechner und Peter Michailow.


Ablauf der Veranstaltung:

16.30 Uhr Ökumenischer Dankgottesdienst
der Evangelischen Salem Gemeinde Berlin-Lichtenrade in Zusammenarbeit mit
verschiedenen Gemeinden aus Berlin und der Gemeinde Blankenfelde-Mahlow

17.30 Uhr Einweihung der Skulptur
der Künstlerin Kerstin Becker
mit musikalischer Umrahmung der Gruppen "TrommelFieber" und "TonFall" von
der Kreismusikschule Teltow-Fläming,
neben der B96 an der südlichen Stadtgrenze Berlins
18.30 Uhr Open-Air-Konzert der Gruppe LIFT

Die Veranstaltung wird unterstützt von:
* der Gemeinde Blankenfelde-Mahlow
* der Freiwilligen Feuerwehr Blankenfelde-Mahlow
* der Gemeinde Großbeeren
* der Freiwilligen Feuerwehr Großbeeren
* der Verkehrswacht Teltow-Fläming, Region Nord, e. V. und ihren Verkehrshelfern
* dem DRK-Kreisverband Fläming-Spreewald e. V.
* Landwirt Dirk Grusdas
* Schutzbereich Teltow-Fläming
* Berliner Polizei

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